Leadpartner: 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e. V.

Ziele:

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben RoNNi (FKZ: 2222MT006A-L) legt einen Fokus auf Rohrkolben als Anbaukultur. Ziel ist es, die Verwertung von Rohrkolben (Gattung Typha) für Baustoffe und Gartenbausubstrate in den Niedermooren Niedersachsens voranzutreiben.

Für den Anbau eignen sich insbesondere die intensiv genutzten Ackerflächen, aber auch intensiv genutzte, ökologisch wenig wertvolle Dauergrünlandflächen, die starke Treibhausgasquellen sind. Rohrkolben ist in Niedersachsen heimisch und bildet hohe, dichte Bestände. Die im Zuge des Rohrkolben-Anbaus durchgeführte Vernässung verursacht eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus können weitere Ökosystemleistungen erbracht werden (z. B. Minderung der Nährstoffbelastung von Gewässern, Feuchtlebensraum, Wasserrückhalt).

Rohrkolben-Pflanzen verfügen über ein porenreiches Gewebe, das Aerenchym. Aufgrund dieser Eigenschaft ist die Biomasse für die Herstellung von Dämmstoffen sehr gut geeignet. Durch das in der Blattmasse vorhandene besonders zug- und druckstabile Stützgewebe lässt sich in Kombination mit dem Porengewebe ein tragfähiger Baustoff mit zugleich guten Dämmeigenschaften erzeugen. In gehäckselter Form kann Rohrkolben zudem als Bestandteil in Torfersatzprodukten verwendet werden.

Der Rohrkolben-Anbau ist zwar aufwändiger, verspricht jedoch aufgrund seiner speziellen Materialeigenschaften einen besseren Erlös als die meisten anderen Paludikulturen. Um eine hohe Wertschöpfung auf der Fläche durch die Qualitätserzeugung von Rohstoffen und deren Vermarktung zu erzielen, müssen regionale Anbau- und Verarbeitungsstrukturen aufgebaut werden. Hier setzt das Modell- und Demonstrationsvorhaben an. Für das Projektvorhaben wurden Niedermoorregionen im Landkreis Emsland und im Landkreis Cuxhaven ausgewählt, die eine hohe Klimawirksamkeit, Synergien mit regionalen Natur- und Umweltmaßnahmen und besonders geeignete Voraussetzungen für den Aufbau von Typha-Produktketten aufweisen.

Was wir konkret erreichen wollen:

  • Etablierung von großflächigen Rohrkolben-Anbaukulturen (je 5-10 ha) in den Landkreisen Emsland und Cuxhaven auf zuvor entwässerten, landwirtschaftlich genutzten Niedermoorflächen mit hohen Treibhausgas-Emissionen
  • Aufbau einer qualitätsoptimierten Erzeugung von Typha angustifolia und T. latifolia für die Verwendung als Baustoff und Gartenbausubstrat
  • Aufbau von regionalen Verarbeitungskooperationen und Baustoffanwendern
  • Untersuchung der hydrologischen, atmosphärischen, ökologischen, ökonomischen und sozioökonomischen Auswirkungen des Rohrkolben-Anbaus und Optionen zur Honorierung der Klimaleistung

Aktuelles: 

Aktuelle Informationen finden Sie auf www.ronni.info!

Aus dem Projekt:

Projektkonsortium:

Die Umsetzung wird in zwölf Teilprojekten erbracht (Links zur Förderdatenbank der FNR).

  • Teilvorhaben 1 (2222MT006AKoordination, Regionalkonzepte, Anbauflächen, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer (3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V.)
  • Teilvorhaben 2 (2222MT006BBiodiversitätsuntersuchungen  (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)                                            
  • Teilvorhaben 3 (2222MT006CÖkonomie und Sozioökonomie  (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)                                                                   
  • Teilvorhaben 4 (2222MT006DEntwicklung, Prüfung und Herstellung sowie Materialeigenschaften Typha-basierter Bauprodukte  (Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, WKI)
  • Teilvorhaben 5 (2222MT006EWissenschaftliche Begleitung zur Verwertung von Typha als Torfersatzstoff für Kultursubstrate im industriellen Maßstab  (Hochschule Osnabrück)
  • Teilvorhaben 6 (2222MT006FVerwertung und Vermarktung, Modell- und Demonstrationsobjekte, Weiterbildung                Jade Hochschule, Campus Oldenburg, Institut für Materialprüfung
  • Teilvorhaben 7 (2222MT006GFlächenbetreuung und begleitende wissenschaftliche Untersuchungen                                  Julius-Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) - Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde
  • Teilvorhaben 8 (2222MT006HTypha-basierte Pflanzsubstrate in der Praxis (Klasmann-Deilmann GmbH)
  • Teilvorhaben 9 (2222MT006IEntwicklung Regionalkonzepte; Anbauflächen LK Cuxhaven (Naturschutzstiftung Landkreis Cuxhaven)
  • Teilvorhaben 10 (2222MT006JUnterstützung beim Anlegen der Polder, Betreuung der hergestellten Rohrkolbenflächen und begleitende Öffentlichkeitsarbeit  (Stadt Geestland)
  • Teilvorhaben 11 (2222MT006KÖkobilanzierung und baurechtliche Aspekte   (Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe)
  • Teilvorhaben 12 (2222MT006LWissenschaftliche Begleituntersuchungen auf den Anbauflächen: Erfassung von Treibhausgasaustausch und Wasserhaushalt  (Thünen-Institut für Agrarklimaschutz)

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Ansprechpartner bei 3N

  • Projektleitung: Jessica Meißner - Bitte Javascript aktivieren!
  • Projektkoordination: Hauke Schneider – Bitte Javascript aktivieren!

Weiterführende Links

Weiterführende Informationen finden Sie auf www.ronni.info!

Leadpartner: Stichting Bargerveen (Niederlande)

Eine nachhaltige Wertschöpfungskette für Rohrkolben 

Das Projekt Paludi & Markt konzentriert sich auf den Zusammenhang zweier Aspekte: die Ausweitung des Rohrkolbenanbaus als landwirtschaftliche Tätigkeit und die Verwendung von Rohrkolben als Torfersatz in der Substratproduktion. Mit dem Projekt leisten wir einen aktiven Beitrag zur INTERREG-Priorität „Ein grüneres Programmgebiet“ und unterstützen das spezifische Ziel, Klimaanpassung, Katastrophenprävention und -resilienz durch ökosystembasierte Ansätze zu fördern.   

Ziele:

1. Anbau und Sortenwahl

  • Optimierung von Anbaumethoden (Aussaat oder Pflanzung)
  • Auswahl geeigneter Rohrkolbenarten (Typha latifolia / angustifolia)
  • Entwicklung effizienter Bewässerungs- und Flächenmanagementstrategien

2. Monitoring und Ökosystemleistungen

  • CO₂-Bindung,
  • Veränderungen der Wasserqualität,
  • Biodiversitätsentwicklung,
  • Wasserspeicherfähigkeit der Flächen.

3. Verarbeitung zu einem hochwertigen Substrat

  • Stabilisierung der Materialeigenschaften (z. B. Stickstoffbindung)
  • Entwicklung von Vorbehandlungsmethoden
  • Sicherstellung gleichbleibender Qualitätsstandards

4. Marktanbindung und Wirtschaftlichkeit

  • Aufbau eines verlässlichen Absatzmarktes
  • Kooperation mit Substratproduzenten (vom kleinen Betrieb bis zum internationalen Unternehmen)
  • Wirtschaftliche Modelle für Landwirte und Verarbeiter

Warum grenzübergreifend?   

Nasskultur-Baustoffe benötigen eine gemeinsame Markt- und Produktionsbasis in beiden Ländern. Nur durch die deutsch-niederländische Zusammenarbeit können:  

  • gemeinsame Standards und Zertifizierungen entwickelt werden,  
  • ausreichend große Biomasseströme aufgebaut werden,  
  • innovative Methoden grenzüberschreitend genutzt werden,  
  • Forschungs- und Praxiserfahrung gebündelt werden.  

Die enge Kooperation von Bauunternehmen, Hochschulen und landwirtschaftlichen Netzwerken stärkt den gesamten Wirtschaftsraum und schafft neue Geschäftsmodelle für Paludikultur.  

Aktuelles:

Das Projekt neigt sich dem Ende zu. Die Beobachtung verschiedener Pilotprojekte zur Paludikultur, darunter Etablierung und Pflanzenwachstum von Rohrkolben sowie Biodiversität und Klima, ist noch im Gange. Bis September finden noch weitere Versuche zur Prüfung der Eigenschaften von Torffreie und Torfreduzierte Typha-basierten Substraten statt. Im Fokus des derzeit noch laufenden Gewächshausversuchs steht Calibrachoa. Im Anschluss folgt die Auswertung aller Ergebnisse, die wir über die letzten Jahre bei Paludi & Markt gewonnen haben. Die wichtigsten Erkenntnisse werden Ende 2026 hier veröffentlicht.

Calibrachoa im Gewächshaus
Calibrachoa im Gewächshaus

Aus dem Projekt:

Im Rahmen des Projekts wurden Factsheets zum Anbau von Rohrkolben erstell, die sie hier finden:

Broschüren und Berichte | Paludikultur in Niedersachsen

Hier finden sie Hintergründe und weitere Informationen zu dem Projekt


Leadpartner: Stichting Technologiecentrum Noord-Nederland

Mit dem Projekt Paludi & Bau leisten wir einen aktiven Beitrag zur INTERREG-Priorität „Ein grüneres Programmgebiet“ und unterstützen das spezifische Ziel, Klimaanpassung, Katastrophenprävention und -resilienz durch ökosystembasierte Ansätze zu fördern.  Die zentrale Idee des Projekts besteht darin, biobasierte Baustoffe aus nassen Anbaukulturen (Paludikultur) zu entwickeln, insbesondere aus Rohrkolben:

  • Klimaschutz: Moore bleiben nass, die Torfoxidation wird gestoppt, CO₂-Emissionen sinken deutlich. 
  • Klimaanpassung: Wiedervernässte Flächen speichern Wasser und schützen Regionen vor Überschwemmungen und Trockenperioden. 
  • Ökosystemleistungen: Rohrkolben verbessert Wasserqualität, erhöht die Biodiversität und unterstützt stabile Landschaftsstrukturen. 
  • Wirtschaftliche Perspektiven: Durch die Nutzung als Rohstoff entsteht ein neues regionales Wertschöpfungspotenzial. 

Ziele:

1. Entwicklung marktfähiger biobasierter Baustoffe 

Wir wollen Dämmstoffe und Plattenmaterialien aus Rohrkolbenfasern und Myzel-basierten Bindemitteln so weiterentwickeln, dass sie: 

  • zertifizierbar, 
  • technisch leistungsfähig, 
  • wirtschaftlich attraktiv und sowohl in Deutschland als auch den Niederlanden einsetzbar sind. 

2. Aufbau einer grenzübergreifenden Wertschöpfungskette 

Damit Baustoffe aus Nasskulturen wirtschaftlich tragfähig werden, braucht es: 

  • genügend landwirtschaftliche Betriebe, die Nasskulturen anbauen, 
  • Unternehmen, die das Material verarbeiten, 
  • Bauunternehmen, die es anwenden, 
  • klare Normen und Zertifizierungen in beiden Ländern. 

Das Projekt vernetzt diese Akteure in der deutsch-niederländischen Grenzregion und schafft damit die Grundlage für eine neue, nachhaltige Rohstoffkette. 

3. Harmonisierung von Standards, Normen und Vorschriften 

Da biobasierte Baustoffe noch wenig etabliert sind, werden wir: 

  • rechtliche Rahmenbedingungen in DE und NL analysieren, 
  • Anforderungen an Sicherheit, Zertifizierung und Baupraxis prüfen, 
  • Empfehlungen für zukünftige Normen und Zertifizierungen entwickeln. 

Dies ist entscheidend, damit die neuen Baustoffe auf beiden Märkten zugelassen und anerkannt werden. 

4. Wissenstransfer, Ausbildung und Sichtbarkeit 

Ein weiterer Kernpunkt des Projekts ist es, Wissen und Erfahrungen breit verfügbar zu machen. Dazu gehören: 

  • Workshops mit Landwirten, Bauunternehmen und Zulieferern 
  • Seminare für Planer, Kommunen und Architekturbüros 
  • Informationsmaterialien für potenzielle Kunden 
  • gemeinsame Pilotprojekte und ein Demonstrationsgebäude 
  • Veröffentlichungen und ein aktiver Austausch in beiden Ländern 

Durch diese Aktivitäten entsteht ein nachhaltiges Netzwerk, das den Einsatz von Nasskulturen langfristig stärkt. 

Warum grenzübergreifend? 

Nasskultur-Baustoffe benötigen eine gemeinsame Markt- und Produktionsbasis in beiden Ländern. Nur durch die deutsch-niederländische Zusammenarbeit können: 

  • gemeinsame Standards und Zertifizierungen entwickelt werden, 
  • ausreichend große Biomasseströme aufgebaut werden, 
  • innovative Methoden grenzüberschreitend genutzt werden, 
  • Forschungs- und Praxiserfahrung gebündelt werden. 

Die enge Kooperation von Bauunternehmen, Hochschulen und landwirtschaftlichen Netzwerken stärkt den gesamten Wirtschaftsraum und schafft neue Geschäftsmodelle für Paludikultur.  

Hier finden sie Hintergründe und weitere Informationen zu dem Projekt

Das INTERREG-Projekt Building Based on Biobased (BBoBB) konzentriert sich auf die Stärkung von Kreislaufwirtschaftssystemen, die Steigerung des Einsatzes biobasierter Materialien im Bausektor, die Förderung von Innovationen für eine nachhaltige Bauwirtschaft und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren in den fünf beteiligten Ländern Deutschland, Niederlande, Dänemark, Frankreich und Belgien. 

Ziele:

Das Ziel des BBoBB Projekts ist es, diese Herausforderungen in der Nordseeregion durch die Entwicklung eines transnationalen Ansatzes für die Valorisierung biobasierter Wertschöpfungsketten anzugehen. Dies soll in 5 regionalen Pilotprojekten demonstriert werden, in denen die entwickelten Methoden und Geschäftsmodelle tatsächlich angewendet werden.

Aktuelles:

Um die Vielfalt an Baumaterialien aus Holz und nachwachsenden Rohstoffen anschaulich aufzubereiten wurden ein mobiler Showroom gebaut und wird zukünftig in Niedersachsen eingesetzt werden. Weitere Informationen folgen.

Hier finden sie Hintergründe und weitere Informationen zu dem Projekt

Leadpartner: Thünen-Institut für Holzforschung

Laufzeit: 01.02.2026 bis 31.01.2028

Ziele:

In dem Projekt “MooPap” - Vom Moor ins Papier - geht es um die Erschließung und Bewertung von Paludikultur-Pflanzen als potenzielle Rohstofflieferanten für Wellpappe und Kartons.

Dazu erfolgt im ersten Schritt die Entwicklung eines ressourcenschonenden Aufschlussverfahrens für alternative Faserrohstoffen. Hierfür sollen Paludikultur-Pflanzen, wie z. B. Schilfrohr, Rohrkolben oder Nasswiesen-Biomasse eingesetzt werden. Im zweiten Schritt sollen die aufgeschlossenen Fasern für die Herstellung von Verpackungspapieren und -kartons verwendet werden.

Das Paludikultur-Pflanzenmaterial stammt von der 3N Kompetenzstelle Paludikultur Niedersachen und zum Teil von Pilotflächen, die im Rahmen verschiedener Projekte durch das 3N Kompetenzzentrum angelegt wurden. Das 3N Kompetenzzentrum ist für die Lieferung der Biomasse an das Thünen-Institut zuständig.

Aktuelles

Am 12. Februar kamen die Projektteilnehmer bei einem Kick-off-Meeting im Thünen-Institut für Holzforschung in Barsbüttel-Willinghusen zusammen und konnten den Grundstein für einen erfolgreichen Projektstart legen.

Aus dem Projekt

Derzeit werden Schilf und Rohrkolben, welche im Winter geerntet wurden, im Labor der Projektpartner getestet. Weitere Pflanzen werden bald folgen. 

Projektkonsortium:

Beteiligt sind das Thünen-Institut für Holzforschung, die TU Darmstadt (PMV), GEHR – INNOVATION & STRATEGY und das 3N Kompetenzzentrum (Kompetenzstelle Paludikultur) sowie ein bedeutender europäischer Hersteller von Verpackungspapieren.

Finanzierung:

Gefördert wird das Projekt von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FKZ 2224MT010A).

Weiterführende Informationen:

Themenportal Bioenergie-Kommunen: Projekte - Details